28Oktober
Antitranspirante: Doch besser ohne Nano-Technologie?
Sascha Ballweg Kosmetische Antitranspirante
Das Umweltbundesamt (UBA) und die Arizona State University (ASU) warnen vor Produkten, die auf Nanotechnologie setzen.
Antitranspirante (auch Antiperspirante genannt) werden bereits seit 1888 erfolgreich gegen starkes Schwitzen am gesamtem Körper eingesetzt. Sie enthalten - wie die meisten handelsüblichen Deodorants auch - den schweißhemmenden Wirkstoff Aluminiumchlorid (nachfolgend kurz “AlCl”), ein Aluminiumsalz, welches in diversen Internet-Diskussionen gerüchteweise immer wieder mit einem erhöhten Krebsrisiko, insbesondere mit Brustkrebserkrankungen, in Verbindungen gebracht wird. Auch Pressemeldungen diverser Boulevardzeitungen über angebliche Zusammenhänge zwischen Aluminium und Morbus Alzheimer verunsichern die Anwender. Doch konnten all diese Vorwürfe bis heute weder wissenschaftlich noch medizinisch nachgewiesen werden. Selbst Langzeitforschungen – über mehrere Jahrzehnte hinweg – konnten die Vorwürfe nicht belegen. Trotzdem halten sich diese Gerüchte leider bis heute.
Als vor einigen Jahren große Kosmetikkonzerne die ersten Antitranspirante auf Basis von Silber-Nanopartikeln oder mit Penta-Peptiden anstatt von Aluminiumsalzen präsentierten, war die Begeisterung groß. Doch Tests und mehrjährige Untersuchungen haben inzwischen gezeigt: Ein sogenanntes Nano-Antitranspirant kann das Schwitzen niemals so effektiv verhindern, wie es ein Aluminium-Mittel tut. Die winzigen Nano-Partikelchen helfen lediglich, die Bakterienflora der Haut in Schach zu halten, so dass kaum Schweißgeruch entstehen kann. Doch ist die Begeisterung ob dieser “Future-Technology” inzwischen ernsthaften Bedenken gewichen. An der Arizona State University (Phoenix, USA) hat man festgestellt, dass die kosmetisch eingesetzten Nanopartikel nach dem Duschen oder Baden unkontrolliert in die Umwelt gelangen, wo ihre Verbreitung und weitere Wirkung nicht mehr nachzuvollziehen ist. Es stellt sich die Frage, ob und wie diese mikroskopisch kleinen Partikel von Lebewesen im Wasser, als auch im Verlauf der nachfolgenden Nahrungskette, aufgenommen werden, und was Silber-Partikel oder Penta-Peptide in den Organismen anstellen. Am 20.10.2009 kam noch die Warnung des Umweltbundesamtes unter seinem neuen Präsidenten Jochen Flasbarth hinzu: “Die Wirkungen der Nanomaterialien in der Umwelt und mögliche gesundheitliche Risiken für den Menschen sind derzeit noch unzureichend erforscht”, heißt es.
Vor diesem Hintergrund sollten vom starken Schwitzen betroffene Menschen nach Rücksprache mit dem behandelnen Arzt entscheiden, ob sie sich tatsächlich den bislang unerforschten Kleinst-Partikeln der Nano-Technologie in Silber-Deos bzw. Silber-Antitranspiranten mit Pentapeptiden aussetzen wollen, oder als Alternative auf die zu unrecht verrufenen Antitranspirante mit Aluminiumsalzen zurückgreifen, deren angebliche Schädlichkeit seit Jahren widerlegt ist.
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