10August
Deo-Schnüffeln kann tödlich enden – die Droge in Ihrem Badezimmer!
Sascha Ballweg Kosmetische Antitranspirante
Unter der reisserischen Headline “Tödlicher Rausch aus der Dose” berichtet Spiegel Online von zwei aktuellen Todesfällen unter Jugendlichen, die offenbar regelmäßig Deodorants “geschnüffelt” haben. Diese billige und praktisch “legale” Form des Berauschens ist seit einigen Jahren auch bei der Deutschen Jugend zur traurigen “Mode” geworden. Handelsübliche Deos werden in Müllsäcke gesprüht und die Dämpfe bzw. das Treibgas der Dose, Butan, inhaliert. Da hierbei eine Dosierung unmöglich ist, kommt es immer wieder zu Todesfällen durch das Sudden Sniffing Death Syndrom (SSDS), dem Zusammenbruch sämtlicher Herzfunktionen durch Überdosierung und Vergiftung.
Nun fordern betroffene Eltern und Verbraucherschützer eine Kennzeichnungspflicht für Gesundheitsrisiken, die durch das gezielte Einatmen der Inhaltsstoffe entstehen können, zu recht, denn im Gegensatz zu den sonst bekannten “Schnüffelstoffen” wie z.B. Klebstoff oder Verdünnungsmittel kann das Inhalieren von Deodorants mit Butan schon beim ersten Versuch tödlich enden. Überflüssig indes ist die vielerorts zu vernehmende, gutmenschlerische Empörung über das “Mordinstrument im Badezimmerschrank im Badezimmerschrank” (Spiegel Online), welches schon Kinder in Drogerien und Supermärkten frei erwerben können. Denn: die allerwenigsten Bestandteile eines Deos haben einen berauschenden Effekt. Sie wirken keinesfalls als psychogene Drogen wie andere Substanzen (z.B. Lösungsmittel beim Klebstoffschnüffeln). Der Rausch beim “Deo-Schnüffeln” entsteht hauptsächlich durch Sauerstoffmangel. Butan wirkt muskellähmend, stoppt damit die Lungenfunktion und verdrängt zudem die Atemluft aus den Kapillaren. Ferner verhindert entweder die gleichzeitig über das Gesicht gezogene Plastiktüte das Atmen oder die klebrigen Parfum- und Feuchtigkeitsstoffe des Deos verkleben schockartig die Bronchien, so dass die Sauerstoffaufnahme der Lunge für einige Sekunden stark vermindert wird. Durch den akuten Sauerstoffmangel im Gehirn, welcher auch als “todesnahe Grenzerfahrung” verklärt wird, werden schlagartig Botenstoffe freigesetzt, die für zwei bis drei Minuten ein Gefühl von höchster Euphorie erzeugen. Durch die extreme Ausschüttung von Adrenalin, kann es zum Kreislaufkollaps, schlimmstenfalls zu einem Herzstillstand kommen (SSDS). Der angenehme Geruch/Geschmack vieler Deodorants macht dabei das Ganze gerade für Kinder und Jugendliche besonders verlockend. Aktuelle Studien zeigen, dass diese gefährlichen Methoden des Rausches inzwischen bei Kindern ab 12 Jahren eindeutig dem Konsum von Zigaretten, Cannabis oder Alkohol vorgezogen wird.
Tipp: Antitranspirantien wie AHC enthalten im Gegensatz zu Deodorants keine Treibmittel und keine Parfumstoffe. Da AHC nicht in Sprühflaschen erhältlich ist, können aus den wenigen Inhaltsstoffen (aqua, alcohol denat., aluminium chloride) keine Aerosole erzeugt werden.
Wer also lieber auf Nummer sicher gehen will sollte Deo-Sprühflaschen komplett aus dem Haus verbannen und statt dessen auf haut- und geldbeutelschonende Antitranspirante umsteigen. Denn AHC-Antitranspirante wirken nicht nur deutlich effektiver, sie kommen dazu, auf Grund der Tropfflasche, für das berauschende “Schnüffeln” einfach nicht in Frage.


